HIC-Test

Der HIC-Test: Was ist das überhaupt?

Wir begegnen dem HIC-Test unbewusst täglich viele Male. Den meisten wird er kein Begriff sein, und doch ist er von erheblicher Bedeutung für unsere Sicherheit. HIC bedeutet Head Injury Criterion und wird auch Kopfbelastungswert genannt. Prüft man diesen, erfährt man also eine Einschätzung zum Schweregrad einer möglichen Kopfverletzung.

Nehmen wir einmal als Beispiel einen Spielplatz. 1998 wurde mit der neuen DIN-Norm EN 1176 festgelegt, dass Bodensysteme ab einer Fallhöhe von 60cm eine stoßdämpfende Wirkung haben müssen. Diese DIN-Norm ist für alle öffentlich zugänglichen Spielplätze (aber auch solche in Wohnanlagen, Kaufhäusern oder Gastgärten), Kindertagesstätten und Schulen verpflichtend. Einmal pro Jahr wird durch eine Hauptuntersuchung festgestellt, ob alle Geräte und Bodensysteme betriebssicher sind.

Doch wie genau funktioniert eigentlich diese HIC-Prüfung?

Bleiben wir bei dem Beispiel Kinderspielplatz. Bei einem HIC-Test wird der Sturz eines Kindes simuliert, das mit dem Kopf voran auf den Boden aufschlägt. Dazu wird eine Serie von Sturzsimulationen durchgeführt, um die kritische Fallhöhe des Bodensystems zu bestimmen.

Der Grenzwert für alle HIC-Tests ist auf 1000 festgelegt. Es handelt sich hierbei um einen dimensionslosen Wert, bei dem eine Verletzung der AIS-Stufe 3 mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit auftritt.
AIS (Abbreviated Injury Scale) ist eine internationale, vereinfachte Verletzungsskala von 1 bis 6, mit der man seit 1960 den Schweregrad einer Verletzung bemisst. Eine typische Verletzung der AIS-Stufe 3 ist beispielsweise eine Gehirnerschütterung, eine Bewusstlosigkeit von weniger als einer Stunde oder der Verlust eines Auges.

Je niedriger der ermittelte HIC-Wert, desto geringer das Verletzungsrisiko.

Wo wird der HIC-Test angewendet?

Der Kopfbelastungswert wird vielerorts gemessen. So unter anderem in der Automobilbranche, bei der Konstruktion von Reisebussen und Flugzeugen und natürlich naheliegend – bei der Entwicklung von Sturzhelmen.

Wir beschäftigen uns mit der Anwendung der HIC-Wertermittlung im Bereich der Sport- und Freizeitgeräteprüfung. Jeder Spielplatz, ob mit oder ohne Spielgeräte, jeder Trimm-Dich-Pfad muss eine solche Zertifizierung vorweisen können.

Der Kopfbelastungswert wird vielerorts gemessen. So unter anderem in der Automobilbranche, bei der Konstruktion von Reisebussen und Flugzeugen und natürlich naheliegend – bei der Entwicklung von Sturzhelmen.

Dabei ist es unerheblich ob es sich um Privateigentum, wie im Falle eines Spielzentrums im Kaufhaus, oder eine öffentliche Anlage handelt. Klettergärten, Bewegungs- und Generationenparks, Kletter- und Boulderhallen, Schwimmbäder, Skatehallen und die Turnhallen der Schule.

Der HIC-Test bewahrt viele Nutzer vor Verletzungen aber auch Betreiber vor rechtlichen Folgen.

Wie wird der Test durchgeführt?

Grundsätzlich unterscheidet man natürlich zwischen den verschiedenen Bodenbeschaffenheiten. Außerdem muss berücksichtigt werden, ob es sich um mobile Spielgeräte oder ein starres Klettergerüst handelt. So haben Schaukeln, Wippen, Geländer, Rutschen, Matten und viele weitere Gegenstände ein eigenes Prüfprotokoll und zum Teil sogar eigene Prüfgeräte.

Doch nehmen wir einmal das Beispiel eines stoßdämpfenden Spielplatzbodens. Anhand von Holzhackschnitzeln können wir anschaulich erklären, was Hersteller von Fallschutzbelägen beziehungsweise Betreiber von Spielplätzen bei einer HIC-Prüfung zu erwarten haben. Geprüft werden soll also die kritische Fallhöhe für unsere Holzhackschnitzel oder auch Rindenmulch. Wir möchten herausfinden, wie hoch das Spielgerät maximal gebaut werden darf, bei einer bestimmten Stärke aufgeschütteter Holzschnitzel.

Wichtig ist außerdem, dass sich Temperatur und Feuchtigkeitsgrad des Prüfmusters im Rahmen der Norm bewegen (bei 23°C ± 5°C). Beides wird getestet und dokumentiert.

Geprüft wird auf einer geraden, starren Betonfläche, damit eine eventuelle Verformung des Untergrundes nicht das Ergebnis verfälscht. Alternativ sind auch andere Unterlagen mit ähnlichen Eigenschaften (Dichte, Dicke und Masse) denkbar.

Im Falle der Holzschnitzel würden diese, ohne sie zu pressen, in einen Rahmen mit der Größe 1m x 1m geschüttet und verteilt werden.
Es liegt dabei nahe, verschiedene Schichtdicken auf die kritische Fallhöhe zu testen. Um die Füllhöhe sicher zu ermitteln, wird eine Sperrholzplatte auf das Material gelegt und die Dicke der Schicht zwischen Sperrholz und Untergrund gemessen. Die kritische Fallhöhe wird durch eine Serie von Aufprallmessungen ermittelt. Es wird also die Aufschlagbeschleunigung auf einen Prüfkopf gemessen, um herauszufinden, bis zu welcher Sturzhöhe die Fallschutzmatten den absoluten Grenzwert von 1000 unterschreiten.

Gemessen wird aus vier verschiedenen Höhen mit jeweils neun Fallversuchen. Die niedrigste Fallhöhe, bei der ein HIC-Wert von 1000 gemessen wird, ist somit als kritische Fallhöhe festgelegt. Laut der DIN EN 1177 muss allerdings bei losen Bodenmaterialen wie Holzhackschnitzeln die Mindestschichtstärke um 100mm höher sein, als die ermittelte kritische Fallhöhe. Hiermit soll ein „Wegspielen“ des Materials kompensiert werden. Kunstrasen, fugenlose Fallschutzböden und -matten werden analog hierzu ähnlich geprüft.

Gerade bei Schutzmatten wird zusätzlich darauf geachtet, alle Verbindungs- und Befestigungsmaterialien mitzuprüfen, um zum Beispiel ungeschützte Zwischenräume zu vermeiden.

Eine kompetente Firma wird Ihnen immer Auskunft zur Prüfmethodik geben. Auch ein lückenloses, ausführliches Prüfprotokoll sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Wir garantieren höchste Qualität bei der HIC-Prüfung im In- und Ausland

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